Galápagos

Opuntie
Opuntien sind typisch für Galápagos

Quito - Guayaquil - Galápagos

Seit Montag ist Generalstreik in Ecuador, und wir saßen viel zu lange in Quito fest. Drum die Flucht nach Galápagos. Vorgestern gebucht, heute morgen treffen wir Marianela am Flughafen, die uns die Flugtickets in die Hand drückt, und ab geht's via Guayaquil nach Galápagos. Ca. 12 Uhr mittags landen wir auf der Insel Baltra, wo uns Eddie, unser Führer, erwartet. Wir sind eine Gruppe von 8 Leuten: 4 Deutsche, 3 Engländer und 1 Holländer. Mit dem Bus geht's zu einem kleinen Hafen, wo unser Schiff liegt. Das kleinste von allen, die Golondrina, mit 2 Luxusklos und einer klasse Salzwasserdusche am Heck. Bereits im Hafen die ersten Vögel, ein Pelikan und ein Reiher. Im Wasser schwimmen Fische, leider nicht hundertprozentig zu erkennen.

Auf dem Schiff gibt's erst mal Essen vom besten Koch von Galápagos (später kommen Zweifel auf). Fisch, Reis, Salat und Papaya, dazu Champagner vom feinsten. Dann starten wir durch zu einer kleinen Bucht im Norden von Santa Cruz. Überm Schiff folgt uns ein schwarzer Fregattvogel (Fregata magnificens). Ein Traumstrand. Weißer Sand und hier und da Lavagestein, Winkerkrabben (?) oder ähnliches Getier, die immer schnell in ihren Löchern verschwinden, sobald man sich ihnen nähert.

Eddie zeigt uns Salzbüsche (Cryptocarpus pyriformis) - und das nicht nur einmal - und andere Sträucher, dann geht's entlang am Strand. Wir stolpern fast über den ersten Iguana (Amblyrhynchus christatus), der fett und faul in der Sonne liegt. Iguanas fressen nur 1x am Tag, die großen nur alle 2 bis 3 Tage. Sie hinterlassen Spuren wie Fahrräder im Sand.

Wir kommen zu einer kleinen Lagune, in der ein Flamingo (Phoenicopterus ruber) steht. Wahrscheinlich der erste und letzte, den wir auf dieser Tour zu sehen bekommen. Eddie hat ihn extra für uns bestellt.
Toelpel
Der Blaufußtölpel läßt sich ausgesprochen gerne fotografieren

Dann geht's zurück zu der Bucht, in der wir angelegt haben. Dies war übrigens ein wet landing, d.h. die Füße werden naß, wenn man aus dem Beiboot steigt. Wir dürfen schwimmen gehen oder schnorcheln, einige von uns behaupten, Thunfisch (dosenweise) zu sehen oder Riesenkrebse. Am Horizont ein Blaufußtölpel (Sula nebouxi), unfotogen.

Es geht wieder ins Beiboot, Eddie duldet keinen Sand oder anderen Dreck an unseren Schuhen und Kleidern. Nationalparkgesetz, wir dürfen nichts von einer Insel auf die nächste bringen.

Wieder an Bord, und nicht nur ein Fregattvogel begleitet uns diesmal, sondern eine ganze Gruppe. Nicht nur Fregata magnificens, sondern auch Fregata minor. Dazu stoßen Pelikane (Pelecanus occisdentalis), ein Gefühl wie bei der Augsburger Puppenkiste, oder ist es eher Hitchcock?

Wir sind auf dem Weg zu den Plaza Islas, hier werden wir die Nacht verbringen. Eigentlich wollte ich auf Deck schlafen, aber es war den ganzen Tag bewölkt und ist momentan sehr kalt. Vielleicht ein anderes Mal. Jetzt zurück zur Natural History von Galápagos (von Michael Jackson!), bevor's dunkel wird.

Robbe
Wenig an Touristen interessierter Seelöwe

Plaza Sur

Die Insel ist bevölkert von Seelöwen (Zalophus californiensus), die meistens nur faul in der Sonne rumliegen und sich fotografieren lassen. Kommt man den größeren Bullen zu nahe, reagieren sie allerdings aggressiv. Man findet einige tote Tiere in unterschiedlichen Verwesungsstadien, Friedhof der Robben.

Außer Robben gibt es hier Landiguanas (Conolophus subcristatus), Eidechsen (Tropidurus spp.) und Galápagoskrebse.

Wir sehen Darwin Finken und natürlich Blaufußtölpel, alle sehr fotogen.

Vegetation:

  • Sesuvium spp. in allen Farben
  • Opuntia spp.
Iguana
Grimmig dreinblickender Landiguana (läßt sich eher ungern fotografieren)

Santa Fé

Wir liegen in einer Seelöwenbucht vor Santa Fé, alles voll mit Seelöwen und Blaufußtölpeln und Pelikanen etc. Im Wasser haben zwei von uns beim Schnorcheln schwarze Haie gesichtet, die leider niemand bestimmen kann.

Die Gegend ist phantastisch, faszinierend. Nicht zu glauben, daß das Galápagos ist, die verhexte Inselgruppe im Pazifik. Hier möchte man bleiben.

Auf Santa Fé ist alles ein wenig anders. Die Landiguanas heißen hier Conolophus pallidus und sind gelb. Es gibt hier auch eine andere Sorte Opuntien, die wesentlich größer ist.

Am Strand gelingen die besten Robbenbilder, die liegen nur rum und räkeln sich in der Sonne (wie üblich). Noch ein Schnappschuß von einer der drei Galápagosschlangen, dann geht's wieder ab ins Boot.

Das Wetter ist mäßig, trotzdem geht die Gruppe noch mal schnorcheln.

Albatros
Albatrosse beim Schnäbeln

Española

Die Insel ist komplett bevölkert von Vögeln und Reptilien, zur Abwechslung gibt's dann noch Reptilien und Vögel, und noch mehr Reptilien, noch mehr Vögel.

Vögel:

  • Blaufußtölpel (Sula nebouxi)
  • Masked white booby (Sula dactylatra)
  • Red-footed booby (Sula sula)
  • Mocking Bird (Nesomimus spp.)
  • American oystercatcher (Haemotopus palliatus)
  • Div. Finken (Geospiza spp./Camarhynchus spp./Platyspiza spp./Certhidea spp.)
  • Waved Albatross (Diomedea irrorata)
  • usw.

Reptilien:

  • Landiguanas
  • Eidechsen

Außerdem wie üblich Seelöwen und ein riesiges Boot voll mit amerikanischen Touristen, die Polaris.

Man muß hier wie immer gut aufpassen, wohin man tritt. Wie schnell hat man sonst eine kleine Robbe plattgemacht oder einen Leguan.

Die lustigen Amis füttern heimlich Vögel. Sind Vorurteile wirklich immer unangebracht?

Floreana

Auf Floreana gibt's das Post Office. Hier schmissen früher die Seefahrer Post ein, heute sind's nur noch gutgläubige Touris, die hoffen, daß eine barmherzige Seele ihre Karten dort findet und mitnimmt. Lustige Idee, aber da kauf' ich doch lieber Briefmarken.

Danach fahren wir zu einer Flamingolagune, in der laut Eddie zu dieser Jahreszeit keiner sein sollte, tatsächlich sind es aber ca. 15. In der Hochsaison dann angeblich einige hundert, die gelegentlich auch mal im Kreis tanzen.

Ansonsten gibt's hier Mangroven (Rhizophora mangle/Avicennia germinans/Laguncularia racemosa), Saltbush, Palo verde (Parkinsonia aculeata), etc.

Santa Cruz

Es geht zurück nach Santa Cruz. Wir besuchen Darwin Station, wo Lonesome George, wohl die einsamste Riesenschildkröte (Geochelone elephantopus) der Welt, wohnt. Auf dem Weg dorthin bestehen wir Eddies hochanspruchsvollen Touristen-Test, indem wir einen Saltbush messerscharf identifizieren.

Puerto Ayora ist einer der nettesten kleinen Häfen, die ich je gesehen habe, hier möchte man bleiben, auch wann das Bier nahezu unerschwinglich ist.

Vom internationalen Flughafen auf Baltra fliegen wir wieder nach Guayaquil (hier möchte man in der Regel eher nicht so gern bleiben (meine werte Person ausgenommen) und wir tun es auch nicht) und weiter nach Quito.
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© Silke Morkel